Schule macht Spaß
Aufträge, wie z. B. den pädagogischen Ganztag für eine Schule & OGS (Offene Ganztagsschule = Nachmittagsprogramm) mit passenden Workshopformaten zu begleiten, sind für uns immer etwas Besonderes. Zum einen, weil wir es nicht soooo oft machen. Zum anderen, weil wir merken, dass es richtig wichtig ist zu erfahren, in welchen Rahmenbedingungen lernen heutzutage stattfindet und Unterricht für die nächste Generation gestaltet wird.
Gibt es eigentlich Unterschiede zu Workshops, die wir mit Teams in größeren Unternehmen und Konzernen durchführen?
Generell gesprochen eher nein.
Wir haben Formate gewählt, mit denen wir auch in Unternehmen arbeiten, wie z. B. Appreciative Inquiry, Open Space, Check-In, Check-Out. Die Lehrer:innen und OGS-Mitarbeitenden haben sich auf alles gerne eingelassen und das ist für uns immer ein großes Vergnügen. Gleich ist auch, dass es am Ende immer Teilnehmer:innen gibt, die sich mehr "Ergebnis" gewünscht hätten und gleichzeitig Teilnehmende, denen der Ablauf richtig gut gefallen hat und der Meinung sind, dass in der Langsamkeit der Erfolg liegt. Das kennen wir auch aus großen Unternehmen. Und wie immer schätzen wir die Vielfalt der Schwarmintelligenz sehr.
Im Detail gibt es dann doch ein paar Unterschiede, die auffallen.
So ist uns z. B. aufgefallen, dass alle Teilnehmenden großen Bedarf hatten, sich auszutauschen. Wir haben das darauf zurückgeführt, dass - anders als in Unternehmen - der Raum dafür fehlt. Alle arbeiten eher nach dem Prinzip Staffelstabübergabe, also sehr Hand in Hand. Aber es gibt vermutlich wenig Möglichkeiten für einen informellen Austausch im Laufe des Stundenplans. Ich hatte das Gefühl, ich sitze in einem großen Klassenraum mit Schüler:innen und hatte auch gleich rückblickend ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich auch im Unterricht gerne mit allen meinen Nachbarn gequatscht habe.
Anders war auch die Verköstigung. Wir haben selten ein so reichhaltiges, abwechslungsreiches und liebevolles Buffet gesehen, wie in dieser Schule. Da war eine unglaublich intakte Gemeinschaft zugange, die sich nicht lumpen lassen wollte. Jeder hat was mitgebracht. Und nahezu alles war selbstgemacht, liebevoll angerichtet - und gesund.
Lange Rede: Wir haben insgesamt ein sehr gutes Feedback der Lehrer:innen und der OGS-Mitarbeiter:innen erhalten. Das freut uns natürlich sehr. Und gleichzeitig haben wir die Erkenntnis gewonnen, wie viel wir selbst von dieser Begleitung mitgenommen haben.
Wenn das nicht mal fast wichtiger ist.
Uns hat die Schule wieder richtig Spaß gemacht!