Facilitation beginnt dort, wo der Plan endet.
Ich habe mich gefragt: Wie würde eigentlich eine klassische Stellenanzeige für unsere Arbeit bei anders:arbeiten aussehen? Wahrscheinlich würde dort stehen:
👉 Workshops konzipieren und moderieren
👉 Teams in ihrer Zusammenarbeit begleiten
👉 Teambuilding-Formate gestalten
👉 Konflikte begleiten und idealerweise lösen
👉 Führungskräfte begleiten & entwickeln
Und natürlich Anforderungen wie:
✔️ Ausbildung als Facilitator
✔️ Coaching-Ausbildung
✔️ Kommunikationsstärke, Empathie, Methodenkompetenz
Klingt sauber, klar, fast ein bisschen… planbar. Und dann gibt es die Realität.
Ja, wir begleiten Workshops.
Ja, wir arbeiten mit Teams.
Ja, wir unterstützen in Konflikten.
Aber das echte Leben als Facilitator passiert zwischen all diesen Punkten. Es beginnt bei den Menschen.
Die Menschen sind das Salz in der Suppe – deshalb machen wir diesen Job. Und gleichzeitig bringen sie alles mit, was Zusammenarbeit so spannend (und herausfordernd) macht: unterschiedliche Hintergründe, Erwartungen, Stimmungen, Widerstände. Auch wenn wir in der Auftragsklärung vieles vorab klären, bleibt ein großer Teil unplanbar:
Menschen, die wir vorher nie gesehen haben.
Menschen, die vielleicht gar keine Lust auf den Workshop haben.
Menschen, die skeptisch sind – oder innerlich schon ausgestiegen.
Und dann sitzen wir da – vor einer Gruppe mit ganz unterschiedlichen Energien – und unsere Aufgabe ist es, einen gemeinsamen Fokus zu schaffen. Das ist nicht immer leicht. Die perfekt vorbereitete Agenda? Die ist da. Sie gibt Orientierung. Aber oft ist genau das, was sie nicht abbildet, entscheidend: das spontane Reagieren, das Wahrnehmen von Dynamiken, das bewusste Abweichen vom Plan, um die Menschen wirklich mitzunehmen.
Wie sieht das bei euch aus? Welcher Teil eurer Arbeit taucht in keiner Beschreibung auf – prägt euren Alltag aber am meisten?
PS: Die Inspiration zu diesem Gedanken habe ich von Eva-Maria Fahl beim HR-Slam am 5. Mai in Frankfurt erhalten. Danke dafür!